Über den Ort

Der Name des Ortes stammt aus der Zeit der bajuwarischen Landnahme im 6. und 7. Jahrhundert. Er wurde 790 erstmals als Deolekingas urkundlich erwähnt und bedeutet „Bei den Leuten des Deorlaik“. (Deorlaik war der Name des Anführers der damaligen Siedler.) Die heutige Gemeinde Tyrlaching war damals kirchlich und politisch dem Bistum Salzburg unterstellt. Im Salzburger Güterverzeichnis werden 788 u. a. die Kirchen in Deorlekingas (Tyrlaching) und Pohkirch (Oberbuch) als bischöfliche Eigenkirchen genannt. Vermutlich durch die Ungarneinfälle um das Jahr 900 verfielen beide Orte und Kirchen.

Im 11. Jahrhundert haben die Sighartinger Besitz in Tyrlaching. Schnitzing war im 12. Jahrhundert "Amt" zur Verwaltung der Besitzungen des Salzburger Domkapitels. Dieses Amt wurde später nach Pietling und dann nach Tittmoning verlegt. Zwischen 1151 und 1167 erwirbt Frater Opertus u. a. das Thallehen (Talerhof) in Tyrlaching für das Domkapitel. Etwa zu dieser Zeit wird auch wieder eine Kirche in Oberbuch erwähnt. Friedrich von Toerring stiftet 1270 sein Gut in Wisenzhart (Wiesenzart) dem Kloster Raitenhaslach.

Tyrlaching entwickelte sich frühzeitig als ausgeprägtes Langdorf an der Salz- und Saumstraße von Hallein. Dies begünstigte auch das Emporblühen als Halteplatz und Stapelort für allerlei Fuhrwerke, besonders für den Frachtverkehr mit Salz. Im 13. Jahrhundert wird hier eine bedeutende Taverne erwähnt, die vom Güterverkehr sicherlich großen Nutzen zog.

Als sich das Salzburger Land 1328 von Bayern löste, war Tyrlaching Teil dieses neuen selbständigen Landes.

In einem Ablassbrief wird 1449 erstmals wieder eine Kirche in Tyrlaching erwähnt. 1599 wurde Tyrlaching zu einem Pfarrvikariat erhoben. 

Als Amt des Erzstifts Salzburg fiel Tyrlaching bei dessen Säkularisation 1803 an Erzherzog Ferdinand von Toskana, 1805 im Frieden von Pressburg an Österreich und 1810 im Frankfurter Vertrag zusammen mit Salzburg an das Königreich Bayern. Als 1816 das Land Salzburg an Österreich zurückgegeben wurde, wurde der Teil westlich der Salzach, der sogenannte Rupertiwinkel abgetrennt. Er fiel nun endgültig an Bayern und mit ihm der Gerichtsbezirk Tittmoning, zu dem auch die heutige Gemeinde Tyrlaching gehörte. Ebenfalls im Jahr 1816 wurde das erste Schulhaus in Tyrlaching erbaut.

1818 erfolgte die Gründung der politischen Gemeinde Tyrlaching entsprechend der Grenzen des Vikariates Tyrlaching und der Filiale Oberbuch. Aus dem bisherigen Vikariat Tyrlaching einschließlich der Expositur Oberbuch wurde 1894 die selbständige Pfarrei Tyrlaching, seit 1978 eingegliedert in den Pfarrverband Kirchweidach.

Tyrlaching war Teil des im Rahmen der Gebietsreform 1972 aufgelösten Landkreises Laufen. Die Gemeinde kam am 1. Juli 1972 zum Landkreis Altötting und bildet seither mit den Gemeinden Kirchweidach, Feichten an der Alz und Halsbach die Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach. Am 1. Mai 1978 wurde der Weiler Loding aus der aufgelösten Gemeinde Kay (Landkreis Traunstein) noch nachträglich in die Gemeinde Tyrlaching eingegliedert.

Gemeindewappen

Unter rotem Schildhaupt in Silber zwei gekreuzte schwarze Schlüssel.

Seit dem Jahr 1957  führt die Gemeinde ein eigenes Wappen. Es nimmt Bezug auf die enge Verbindung Tyrlachings zum Erzbischof von Salzburg. Rot und Silber sind die Farben des Hochstifts Salzburg, die gekreuzten Schlüssel verweisen als Attribute des heiligen Petrus auf den Bistumspatron und die alte Grundherrschaft des Salzburger Benediktinerklosters St. Peter, die sich um das Jahr 1000  erstmals nachweisen lässt und bis in das 19. Jahrhundert Bestand hatte