Brauchtum

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Maibaum aufstellen

Allgemeine Informationen

Ein Maibaum ist ein geschmückter Baum oder Baumstamm, der in der Regel am 1. Mai – im Badischen und Schwäbischen, in Ostfriesland und in Tschechien bereits am Vorabend des 1. Mai – aufgerichtet wird. In den meisten Regionen, besonders in Baden-Württemberg, Bayern und Österreich, ist das feierliche Aufstellen eines Baumstammes auf dem Dorfplatz üblich. Das spezielle Brauchtum mit  dem damit verbundenen Dorf- oder Stadtfest, das in der Regel am 30. April, am 1. Mai oder an Pfingsten stattfindet, ist in vielen Teilen Mittel- und Nordeuropas verbreitet, in Skandinavien jedoch eher zu Mittsommer (bzw. am Johannistag). Mittsommerbaum in Schweden In seiner heutigen hohen Form mit belassener grüner Spitze und Kranz geschmückt ist der Maibaum seit dem 16. Jahrhundert bekannt, allerdings in anderen Funktionen: als Kirchweihbaum, als Ehrenmaibaum für Individuen oder als mit Preisen behängte Kletterstange. Seit dem 19. Jahrhundert kam er (vor allem in Bayern) auch als Ortsmaibaum für die nun selbstständigen Gemeinden (als Symbol ihres Selbstbewusstseins) auf. Rund um den Maibaum hat sich im Laufe der Zeit allerdings sehr viel lokales Brauchtum entwickelt, das sich vielfach sogar von Dorf zu Dorf erheblich unterscheidet.

 

Maiandachten

Allgemeine Informationen
Eine Maiandacht ist eine Andacht in der katholischen Kirche zu Ehren Mariens. Sie findet meist am Abend im Monat Mai („Marienmonat“) statt. Für die Andacht wird das Marienbild, das in jeder katholischen Kirche vorhanden ist, besonders feierlich geschmückt. Die Lieder und Gebetstexte beziehen sich auf Maria. Andachten, Lesungen und Predigt stellen das Heilswirken Gottes im Leben Mariens in den Mittelpunkt. Es werden auch einige marianische Gebete gesprochen, beispielsweise „Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter…“. Wird die Andacht von einem Priester oder Diakon geleitet, kann am Ende ein eucharistischer Segen mit dem Allerheiligsten in der Monstranz erteilt werden. Die Maiandachten kamen als Frömmigkeitsform des Barock in Italien auf und verbreiteten sich im 19. Jahrhundert. Sie entwickelten sich parallel zu den Marienwallfahrten. Die Mariensymbolik des Mai ergibt sich aus dem farbenreichen Aufblühen der Natur in diesen Wochen. Als erste und schönste Blüte der Erlösung, als „Frühling des Heils“, gilt im katholischen Glauben Maria. Zudem beginnt der Mai immer in der österlichen Zeit. Bei der jüngsten Liturgiereform wurde es als Mangel empfunden, dass ausgerechnet im Mai kein Marienfest begangen wurde. Darum verlegte man das Fest Mariä Heimsuchung vom 2. Juli (unpassenderweise nach dem Geburtsfest Johannes des Täufers) auf den 31. Mai vor und machte damit dieses “Fest des Magnificat” zum Abschluss des Marienmonats. Im deutschen Regionalkalender blieb wegen der tiefen Verwurzelung des alten Datums und vieler Kirchenpatrozinien der 2. Juli erhalten. In katholischen Familien und Gegenden gibt es auch die Tradition einer häuslichen Maiandacht. Dazu errichtet man einen kleinen „Maialtar“, bei dem eine Marienfigur oder ein Marienbild im Mittelpunkt steht, und versammelt sich am Abend zum Rosenkranz.

Die Skapulierbruderschaft

Allgemeine Information
Am 7. Dezember 1797 hatte der damalige Vikariatsprovisor Johann Haslbeck im Namen des greisen Vikars Georgius Eggl an den Fürsterbischof von Salzburg das Bittgesuch gerichtet “dass es seit längerer Zeit der Wunsch der Gemeinde ist, eine Scapulierbruderschaft zu errichten”. Die Einreichung dieses Gesuchs fiel in die schwere und wirmisreiche Zeit der französischen Revolution.

Im folgenden Jahr am 10.6.1798 erfolgte die Bewilligung durch die Aggregationsurkunde aus Rom, die vom “Hochw. Fürsterbischöflichen Consistorium in Salzburg” am 4. Juli 1798 bestätigt wurde.

Ölgemälde

Auf dem Ölgemälde welches an der Südseite des Presbyteriums hängt, ist die Überreichung der Bulle durch Papst Pius VI, an einen Priester und drei Bürgern dargestellt. Über dem Geschehen throhnt die gekrönte Gottesmutter mit dem Jesuskind, in der rechten Hand das Skapulier haltend. Der gerahmte Text erläutert die Aussage des Bildes:

“Im Jahr 1798 ist diesem löblichen Gotteshaus auf bitten der Gemeinde die Erbruderschaft des heiligen Scapuliers von Sr. Heriligkeit Papst Pius des VI verliehen, und auf alle Monatsonntag, wie auch auf alle Marienfeste vollkommener Ablaß erteilt geworden. Feierlich eingeführt den 22. Juli 1798″.

Nach anfänglicher Begeisterung konnte die Bruderschaft nicht recht lebensfähig werden. Dank der Bemühungen des neuen Pfarrvikars Leopold Leonhard Lang wurde am 24. Juni 1803 aus neun Bürgern ein Marianischer Rat gebildet, der darüber zu wachen hatte, dass die vom Salzburger Erzbischof auferlegten Regeln eingehalten werden.

Ein weiteres Ölgemälde im Presbyterium zeigt die Muttergottes mit Kind auf den Wolken schwebend über der Ortsansicht von Tyrlaching. Sie überreicht dem Hl. Simon Stock das Skapulier und erhebt gleichzeitig mahnend die linke Hand. Darunter der Marianische Rat mit Kreuztracht und Stab. Aus Anlass der Gründung der Bruderschaft wurde eine Fahne gestiftet, welche im Glasschrein neben dem Leonhards Altar eine würdige Aufbewahrung gefunden hat.

Zum 200-jährigen Gründungsfest wurde eine neue Fahne geweiht welche der Ersten nachempfunden ist.

Seit der Gründung im Jahr 1798 sind bis heute ca. 7300 Mitglieder eingetragen. Ein Beweis, Skapulierbruderschaft bis zum heutigen Tag in den Herzen der Pfarrgemeinde lebendig ist. Das Hochfest wird jedes Jahr am sonntag nach dem 16. Juli, dem Tag Maria vom Berge Karmel mit einem festlichen Hochamt und der abendlichen Lichterprozession feierlich begangen. Der Vorstand der Bruderschaft hat bis heute die Aufgabe ein Hl. Amt für das verstorbene Mitglied zelebrieren zu lassen. Er trägt dafür Sorge, dass jährlich neue Mitglieder mit dem Skapulier eingekleidet werden. Statt dem wollenen Skapulier früherer Zeit kann man auch ein Skapuliermedaille tragen.

Am 16. Juli 1251 erschien die Mutter Gottes dem Hl. Simon Stock und zeigte ihm das Skapulier mit folgenden Worten: “nimm hin, geliebtester Sohn, dieses Skapulier deines Ordens, es ist das besondere Gnadenzeichen, welches ich für dich und für die Kinder vom (Berge) Carmel enfleht habe. Wer mit diesem Gewande bekleidet stirbt, wird das ewige Feuer nicht zu leiden haben. Siehe, es ist ein Zeichen des Heiles, eine Schutzwehr in Gefahren, ein Unterpfand des Friedens und ewigen Bundes.”

 

 

Rosenkranzbruderschaft Oberbuch